Blues und Rock Night Gossau

erstellt durch Oliver Braun

Vizepräsident WIGO Häxe

7. Juli 2026

Kaum war klar, dass wir an der Blues und Rock Night Gossau den einzigen Getränkewagen (Foodstände rundherum) betreiben durften, begann das Abenteuer – und zwar lange bevor der erste Gast sein Bier bestellte. Die grösste Herausforderung? Nicht etwa die Getränke, sondern genügend Hexen für alle Schichten zu finden. Obwohl wir über 40 Mitglieder zählen, fühlte sich die Einsatzplanung zeitweise wie ein Hexenzauber an, der einfach nicht funktionieren wollte. Irgendwie haben wir es aber doch geschafft.

Danach wartete das Lager in Flawil auf Oliver. Wer unser Lager kennt, weiss: Um eine Stromschiene oder ein Kabel zu finden, muss gefühlt das halbe Inventar ausgeräumt werden. Bei gefühlten 40 Grad durfte Oliver Stromschienen, Kabel, Tablare, Kabelbinder und einen Waschbehälter aus den hintersten Ecken hervorzaubern. Alles andere – vom Eiswürfelbehälter bis zur Eiswürfelzange – brachte zum Glück eine erfahrene Gastrohexe mit. Die eigentliche Blues und Rock Night Gossau hatte da noch nicht einmal begonnen.

Am Freitag richteten wir in einer kleinen Gruppe unseren Barwagen ein. Schnell wurde klar: Die Getränkekarte war länger als manche Speisekarte. Bier, Wein, Prosecco, Aperol, Gin, Bacardi, Wodka, Mate, Red Bull, Süssgetränke und vieles mehr mussten irgendwie in einen Barwagen passen, der gefühlt schon nach den ersten Bierkanistern aus allen Nähten platzte. Der Kühlschrank war dabei eher ein dekoratives Möbelstück als eine Kühlung.

Bis am frühen Abend herrschte noch Ruhe. Dann kamen die ersten Feierabendgäste – und plötzlich war Schluss mit gemütlich. Innert kürzester Zeit verwandelte sich unser Barwagen in ein Hexenkessel-Chaos. Bier zapfen, Drinks mischen, kassieren, Twint, Bargeld, alles im Kopf zusammenrechnen und dabei den Überblick behalten. Unsere Gehirne liefen heisser als die Sommersonne. Zum Glück bestanden wir zwischendurch auch noch die Alterskontrolle mit Bravour und ersparten uns so eine saftige Busse.

Natürlich durfte auch die Technik ihren eigenen Kopf haben. Unsere Geldschublade beschloss kurzerhand, sich selbst einzusperren. Mit einer improvisierten Klammer blieb sie zwar offen – bis diese am Samstag jemand entfernte und wir fast wieder vor dem verschlossenen Geld standen.

Der Samstag legte dann nochmals eine Schippe drauf. Weil eine Hexe über Nacht den Hauptschalter ausgeschaltet hatte, blieben leider auch die Kühlschränke ohne Strom. Nicht gerade die beste Ausgangslage für kalte Getränke an einem heissen Sommertag. Also zuerst alles auffüllen – unzählige Bierkanister inklusive – und dann ging es auch schon wieder los.

Was danach folgte, war Ausnahmezustand. Leere Bierfässer, schäumende Zapfhähne, fehlende Becher, quer durch den Wagen gerufene Bestellungen und ein Durcheinander, bei dem wohl selbst erfahrene Hexen kurz den Besen verloren hätten. Zum Glück hatten wir einige Mitglieder mit Gastroerfahrung, die auch in der grössten Hektik einen kühlen Kopf bewahrten. Sogar das ausgegangene Münz tauchte wieder auf. Dazwischen wurde sogar noch der Geburtstag einer Hexe gefeiert, unzählige Selfies geschossen und mit unserer eigenen Musik für Stimmung gesorgt.

Als gegen Mitternacht langsam wieder Ruhe einkehrte, waren wir zwar fix und fertig, aber auch stolz. Nach dem grossen Aufräumen bis weit nach Mitternacht war klar: Die Blues und Rock Night Gossau hat uns einiges an Schweiss gekostet, dafür aber auch viele schöne Begegnungen, jede Menge gute Stimmung und einen rundum gelungenen Anlass beschert.

Und eines wissen wir jetzt ganz sicher: Wer denkt, ein Getränkewagen sei ein ruhiger Job, war definitiv noch nie mit den WIGO-Häxen an der Blues und Rock Night Gossau unterwegs.

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